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Pressemitteilung
T-290/14;
VerkĂŒndet am: 
 26.10.2015
EuGH EuropĂ€ischer Gerichtshof
 

RechtskrÀftig: unbekannt!
Das Gericht der EU erklĂ€rt das Einfrieren von Geldern Andriy Portnovs, des ehemaligen Beraters des frĂŒheren StaatsprĂ€sidenten der Ukraine Viktor Janukowitsch, fĂŒr nichtig
Leitsatz des Gerichts:
Eine Person kann nicht allein deshalb als fĂŒr die Veruntreuung von Geldern verantwortlich angesehen werden, weil gegen sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet is
Zum Urteilstext (Englisch!)
Zur englischen Version der PresserklÀrung

Als Reaktion auf die Ende 2013 ausgebrochene Krise in der Ukraine hat der Rat am 5. MĂ€rz 2014 beschlossen, Gelder und wirtschaftliche Ressourcen von Personen, die als fĂŒr die Veruntreuung staatlicher Vermögenswerte der Ukraine verantwortlich identifiziert wurden, sowie der fĂŒr Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine verantwortlichen Personen einzufrieren. Herr Andriy Portnov, vom Rat als „ehemaliger Berater des StaatsprĂ€sidenten der Ukraine [Viktor Janukowitsch]“ bezeichnet, wurde fĂŒr die Zeit vom 6. MĂ€rz 2014 bis zum 5. MĂ€rz 2015 mit folgender BegrĂŒndung in die Liste der von der Maßnahme des Einfrierens von Geldern erfassten

Personen aufgenommen: „Person ist in der Ukraine Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung zur Untersuchung von Straftaten im Zusammenhang mit der Veruntreuung öffentlicher Gelder der Ukraine und des illegalen Transfers dieser Gelder in das Ausland“.

Herr Portnov hat beim Gericht der EuropĂ€ischen Union beantragt, seine Aufnahme in die Liste fĂŒr nichtig zu erklĂ€ren. In der Zwischenzeit ist sein Name am 5. MĂ€rz 2015 von der Liste gestrichen worden.

Mit seinem heutigen Urteil gibt das Gericht der Klage von Herrn Portnov statt und erklĂ€rt die gegen ihn verhĂ€ngte Maßnahme des Einfrierens von Vermögenswerten fĂŒr nichtig.

Das Gericht stellt fest, dass der Rat Herrn Portnov einzig aufgrund eines Schreibens des ukrainischen Generalstaatsanwalts vom 3. MĂ€rz 2014, wonach die u. a. gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen es „ermöglicht [hĂ€tten], die Veruntreuung hoher Summen öffentlicher Gelder und den spĂ€ter erfolgten illegalen Transfer ins Ausland zu belegen“, als fĂŒr die Veruntreuung staatlicher Gelder der Ukraine verantwortlich identifiziert hat. Nach Ansicht des Gerichts geht dieses Schreiben weder auf den Herrn Portnov zur Last gelegten Sachverhalt noch auf seine Verantwortlichkeit nĂ€her ein.

Das Gericht entscheidet daher, dass die Aufnahme des Namens von Herrn Portnov in die Liste die Kriterien, die fĂŒr die Bestimmung der Personen, deren Gelder einzufrieren sind, gelten, nicht erfĂŒllt.

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HINWEIS: Gegen die Entscheidung des Gerichts kann innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Zustellung ein auf Rechtsfragen beschrÀnktes Rechtsmittel beim Gerichtshof eingelegt werden.

HINWEIS: Eine Nichtigkeitsklage dient dazu, unionsrechtswidrige Handlungen der Unionsorgane fĂŒr nichtig erklĂ€ren zu lassen. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen von Mitgliedstaaten, Organen der Union oder Einzelnen beim Gerichtshof oder beim Gericht erhoben werden. Ist die Klage begrĂŒndet, wird die Handlung fĂŒr nichtig erklĂ€rt. Das betreffende Organ hat eine durch die NichtigerklĂ€rung der Handlung etwa entstehende RegelungslĂŒcke zu schließen.
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Die von uns erfassten Urteile wurden oft anders formatiert als das Original. Dies bedeutet, daß AbsĂ€tze eingefĂŒgt und Hervorhebungen durch fett-/kursiv-/&farbig-machen sowie Unterstreichungen vorgenommen wurden. Dies soll verdeutlichen, aber keinesfalls natĂŒrlich den Sinn verĂ€ndern.Wenn Sie vorsichtshalber zusĂ€tzlich die Originalversion sehen möchten, hier ist der Link zur Quelle (kein Link? Dann ist dieser Link nicht in unserer DB gespeichert, z.B. weil das Urteil vor FrĂŒhjahr 2009 gespeichert worden ist).
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